Lauchheim

Am Nordrand des Härtsfelds zum Jagsttal hin ragt auf einem vorspringenden Bergsporn die Kapfenburg heraus. Römische Reste, deren nähere Umstände unbekannt sind, sollen auf eine Entstehungszeit in dieser Epoche hinweisen, eher kommt hierfür aber das Frühmittelalter in Betracht, als im Jagsttal direkt unter der Kapfenburg damals eine sehr bedeutende alamannische Siedlung in der Flur "Mittelhofen" lag.
(www.lauchheim.de)

Barbarkapelle

Das älteste erhaltene Bauwerk, die Barbarakapelle, wurde um 1400 erbaut, wie die gotischen Fenster belegen. Der Eingang wurde um 1620 mit einem schönen Renaissanceportal umgestaltet. Für diese Kapelle wurde im 1720 zum Gedächtnis an den verstorbenen Amtmann Jonas Kohler ein neuer Altar gestiftet. Das Altarbild befindet sich heute im rechten Seitenschiff der Petrus- und Pauluskirche. Ende des 18 Jahrhunderts hörte zunächst die kirchliche Verwendung auf. Die Barbarakapelle diente ab 1795 als Lazarett für die im ersten Koalitionskrieg gefangene Franzosen. 1814 verkaufte die Stiftungspflege die Kapelle an die Stadt. Das Türmchen wurde abgebrochen und die Glocke zur Kalvarienbergkapelle umgesetzt. Umbaupläne zu einem Rathaus wurden glücklicherweise nicht realisiert. 1869 baute man die Empore aus der Pfarrkirche ein und nutzte die Barbarakapelle als Notkirche während des Neubaues der Kirche. Diese Empore mit 9 alten Apostelbildern ist heute noch in der Barbarakapelle. Nach der Verwendung als Notkirche wurde die ehrwürdige Kapelle als Spritzenhaus benutzt, bis sie 1950 von der Stadt an die evangelische Kirchengemeinde verkauft wurde. Bei der anschließenden Renovierung legte man mehrere Freskenschichten aus unterschiedlichen Epochen frei. Die beeindruckendsten Bilder sind spätmittelalterliche Zyklen über die Passionsgeschichte sowie die Barbaralegende.
(Quelle: Pfarrer Willi Scheitz, Seelsorgeeinheit Kapfenburg)

Stadtkirche St. Petrus und Paulus in Lauchheim

Aus der Erbauungszeit der Barbarakapelle stammt auch der westliche Turm (34,85m) der Stadtpfarrkirche. Beim Stadtbrand von 1645 blieb er dank seines starken Gemäuers ohne größere Schäden erhalten, während der Kirchenraum erheblich litt. Trotzdem wurde für das Langhaus und den Chor die stehengebliebenen Mauern weiterbenutzt. Im Jahr 1864 zeigten sich jedoch deutliche Mauerrisse am Chor, der im Frühjahr 1866 abgestützt werden mußte, 1868 riß man den Chor und 1869 das Langhaus ab. Die Pläne zum Neubau entwarf Oberbaurat Georg Morok aus Stuttgart im Neorenaissancestil.
(Quelle: Pfarrer Willi Scheitz, Seelsorgeeinheit Kapfenburg)

Die 14 Nothelfer-Kapelle

Im Jahre 1658 errichtete der in Hülen wohnende Deutschordens- Holzwart Adam Ruf, auf seine Kosten, auf der Höhe nach Waldhausen eine Kapelle der 14 Nothelfer, die nebst einer Jahresstiftung zunächst nach Waldhausen eingepfarrt war.
(Quelle: Pfarrer Willi Scheitz, Seelsorgeeinheit Kapfenburg)

Schloss Kapfenburg

Auf dem Kalvarienberg soll nach dem Dreißigjährigen Krieg von den Lauchheimer zum Gedenken an die Notzeit zunächst ein Holzkreuz errichtet worden sein, an dem dann später das Bild des Gekreuzigten angebracht wurde. 1681 ließ der Kapfenburger Komtur von Sparr einen Bildstock mit seinem Wappen und dem Deutschordenskreuz aufstellen. Dieses Wappen befindet sich noch heute über der linken Eingangstür an der Kapelle. Im 18. Jahrhundert setzten verstärkt Wallfahrten ein, der Kalvarienberg wurde vor allem von Besuchern aus der Nachbarschaft aufgesucht. 1714 wurde zu deren Schutz zunächst eine Bretterhütte errichtet, die man 1739/40 durch eine steinerne Kapelle ersetzte. 1752 wurde der Kreuzweg vom Oberen Tor bis zur Kalvarienbergkapelle erstmals angelegt. Im Jahre 1820 erneuerte die Stadtgemeinde den Kreuzweg. Damals schnitzte Bildhauer Friedrich Briehl die 14 Stationsbilder aus Lindenholz, die Kosten hierfür betrugen 99 Gulden. Schlosser Schalck aus Lauchheim bekam für die blecherne Dachdeckung der Bildstöcke 32 Gulden 28 Kreuzer. Die Kapelle von 1740 war nicht stabil gebaut. 1822 war sie so schadhaft, daß ein Neubau notwendig wurde. 1824 war dieser Bau vollendet, der Aufwand hierfür betrug 1100 Gulden. Der Altar war bis zur Renovierung um 1970 aus Schlacken gestaltet, darauf standen Christus, die zwei Schächer am Kreuze hängend sowie Maria, Magdalena und Johannes unter dem Kreuz Christi stehend. 1888 erneuerte man den Kreuzweg, 1894 ließ Stadtpfarrer Kröll eine Lourdesgrotte errichten. 1926 wurde der ausgebesserte Kreuzweg eingeweiht, der wiederum Ende der 70er Jahre zusammen mit einer größeren Renovierung der Kalvarienbergkapelle einer Neugestaltung unterzogen wurde. Anstelle der alten Bildstöcke kamen neue Stationen in einer modernen Gestaltung. Die aus den alten Kreuzwegstationen stammenden Lindenholzreliefs brachte man an den Wänden der Kalvarienbergkapelle an. Anstelle des alten Schlackenaltars kam ein neuer Altar, Christus und die beiden Schächer am Kreuze bilden den Hintergrund der beeindruckenden Gruppierung. Anschrift: Schloss Kapfenburg, D-73466 Lauchheim, Tel: 07363- 96 18 17
(Quelle: Pfarrer Willi Scheitz, Seelsorgeeinheit Kapfenburg)

Orte rund um Baldern

Sehenswürdigkeiten Karte

In unserer Fotogalerie finden Sie Bilder, Texte und natürlich noch viel mehr. Fotogalerie hier besuchen.