Baldern

Der Ort Baldern liegt am Fuß eines Bergkegels, auf dem sich das Schloss Baldern befindet. Das Schloss wurde erstmals im 12. Jahrhundert erwähnt. Der Ort ist wohl aus dem Burghof entstanden und als Weiler 1450 urkundlich belegt. Im Jahr 1215 kam die Herrschaft zu Ellwangen, das die Grafen von Oettingen 1250 damit belehnte. Seither ist das Schloss im Familienbesitz und kann seit 1896 besichtigt werden. Die besondere Attraktion des Schlosses bildet die mittelalterliche Waffensammlung. Die heutige barock Residenz wurde von 1718 bis 1737 nach Plänen von Gabriel di Gabrieli auf den mittelalterlichen Grundlagen errichtet. Schon 1344 wurden in Baldern Juden nachgewiesen. Im Jahr 1658 wurden die Juden vertrieben und mussten Synagoge und Friedhof aufgeben. Aufnahme fanden sie in Lauchheim. Die Grabsteine stellten die Juden dann auf dem jüdischen Friedhof von Aufhausen wieder auf. Baldern kam 1806 an Bayern und 1810 an Württemberg, 1973 wurde die Gemeinde nach Bopfingen eingemeindet.
(Quelle: Stadt Bopfingen)

Das Wappen von Baldern

Wappenbeschreibung

In Gold (Gelb) auf blauem Berg ein eintürmiges rotes Schloss. Der Berg ist belegt mit einem Wappenschild in Gold (Gelb) sowie mit einen Schräglinksbalken.
(Quelle: Stadt Bopfingen)

Wappenbegründung

Das Schloss auf dem Berg bezieht sich auf Hohenbaldern, während das Wappen, mit dem der Berg belegt ist, an den ehemaligen Ortsadel, die Herren von Baldern, erinnern soll. Sämtliche Farben des Gemeindewappens wurden den Familienwappen der Fürsten von Oettingen, den Eigentümern von Hohenbaldern, entnommen. Das Wappen ist historisch begründet und heraldisch einwandfrei.
(Quelle: Stadt Bopfingen)

Schloss Baldern

Hoch über dem idyllischen Dorf Baldern liegt Schloss Baldern. Es wurde zwischen 1718 und 1737 unter der Leitung von Graf Wilhelm zu Oettingen - Baldern erbaut und befindet sich noch heute im Besitz der fürstlichen Familie zu Oettingen - Wallerstein. Neben einer umfangreichen privaten Wallensammlung mit 600 Exponaten sind 10 weitere Zimmer zu sehen, die mit Mobiliar aus der Zeit des Empire eingerichtet wurden und zum größten Teil Stuckdecken tragen. Gegen Voranmeldung wird eine Küchenführung angeboten, die in sonst verschlossene Räume wie das Brunnenhaus, die Dürnitz, die Küche, über einen Dienergang in den Speisesaal und, bei schönem Wetter, auf den 40 m hohen Turm führt, wo ein schöner Rundblick ins "Ländle" geboten ist. Es gibt auch noch eine Naturführung durch den Schlosspark.
Anschrift: Schloss Baldern, D-73441 Bopfingen- Baldern, Tel. 07362- 96 88 0
(Text: Reinhold Rupp)

Das Schlosscafe

Das Schlosscafe (max. 26 Personen) bietet im historischen Ambiente des Schlosses kleine Snacks, Getränke, sowie Kaffee und Kuchen an. In den ehemaligen Bibliotheksräumen des Schlosses besteht für bis zu 100 Personen die Möglichkeit auf Voranmeldung zu essen. Ein romantischer Biergarten im Schlosshof lädt an schönen Tagen zum Verweilen ein. Gruppen und Busse sind herzlich Willkommen, wir bitten jedoch um Voranmeldung unter Telefon +49 (0) 7362 / 9688 - 0 oder unter der Email: schloss.baldern@fuerst-wallerstein.de .
(Text:Reinhold Rupp)

Der Schlosspark

Angelegt um 1870 unter Fürst Karl- Friedrich zu Oettingen- Wallerstein im englischen Parkstil. Einziger Radialpark in Württemberg. Trotz der Höhenlage (580- 630 m) gutes Gedeihen von südländischen Bäumen: Edelkastanien, Platanen, Zypressen, Thujen, amerikanische Roteiche. Schöne Ausblick zu Ipf, Flochberg, Bopfingen, Kapfenburg, Ellwangen, Hesselberg und das Ries
(Text:Reinhold Rupp)

Sankt-Antonius Kirche

Die Sankt Antonius Kirche in Baldern wurde 1970 - 1972 gebaut. Einweihung war am Pfingstmontag, den 22. Mai 1972. Der Glockenturm neben der Kirche wurde am 12. Oktober 1975 eingeweiht. Am Pfingstmontag 1982 war die Einweihung der Orgel in der Sankt Antonius Kirche. Zum Gedenken an den heilige Antonius von Padua, (Patron der Kirche) findet jedes Jahr am Sonntag nach seinem Namenstag (13. Juni) in Baldern das Antoniusfest mit einer Prozession von der Sankt Antonius Kirche zur Schlosskapelle St. Georg statt.
(Quelle: Hildegard Fink, Baldern)

Schloss-schenke Schwarzer Adler

Am Fuss des Schloss Baldern liegt die "Schloßschenke Schwarzer Adler". Damals ein landwirtschaftliches Anwesen und eines der ältesten Häuser in Baldern. Heute ist die "Schloßschenke Schwarzer Adler" ein Ausflugslokal mit Freiterrasse für Wanderer, Radfahrer und Busse. Es stehen mehrere gemütliche Räumlichkeiten zu Verfügung, außer der Gaststätte gibt es noch ein Nebenzimmer für ca. 20 Personen, einen Saal für ca. 60 Personen und der Gemeindehalle für ca. 200 Personen. Um Voranmeldung wird gebeten. Anschrift: Schlosspark Str.5, D-73441 Bopfingen- Baldern
(Text: Reinhold Rupp)

Die Oelberg- Kapelle

Gleich neben dem Kindergarten befindet sich die Ölberg- Kapelle mit dem Kreuzweg. Von dort haben Sie einen wunderschönen Aussicht auf das Sechtatal.

Ehem. Forstamt in Baldern

Das ehem. Forstamt in Baldern, es ist das älteste Haus in Baldern, erbaut von Forstmeister Deis im Jahr 1757 bis 1770. Seit 1802 ist das Haus Sitz des jeweiligen Forstamtleiters. Seit 1998 ist das Forstamt in privatem Besitz. Anschrift: Schlosspark Str.2, D-73441 Bopfingen-Baldern
(Text: Reinhold Rupp)

Der Zigeuner Brunnen

Der Zigeuner Brunnen auch "Zigeunersbennale" genannt befindet sich rechts neben der Straße in Richtung Aalen. In Baldern gab es früher sehr viele Brunnen, der Zigeuner Brunnen ist noch der einzige öffentliche Brunnen den es in Baldern noch gibt. Der Namen kommt daher, früher sind auch Zigeuner durch Baldern gezogen, und nur hier an dieser Stelle dürften die Zigeuner rasten und sich niederlassen. Diese Stelle am Brunnen diente früher auch den Zimmerleute in Baldern die hier ihr Holz bearbeiteten. Heute noch ist der Brunnen für die Bevölkerung von Baldern noch sehr wichtig, da das ganze Jahr das Wasser n den Brunnen läuft.
(Text: Reinhold Rupp)

Das Rindenhaus

Das Rindenhäusle: Das beliebtesten und schönsten Wanderziele in Baldern ist das Rindenhäusle. Das Rindenhäusle befindet sich mitten im Wald zwischen Baldern Lippach und Zöbingen. Das besondere an diesem Haus ist, es besteht ganz aus Holz, Die Außenwand ist mit Baumrinde überzogen worden und das Dach besteht aus Holzschindel. Es wurde früher für die Waldarbeiter gebaut. In den Häuschen befindet sich ein Tisch und Bänke, das gerne von Wanderer genutzt wird. Am Rindenhäusle befindet sich ein wunderschöner See, einige Meter weiter und etwas versteckt befindet sich noch ein zweiter See. In findet man wenn man dem Bach einfach weiterläuft. Sie können vom Rindenhäusle aus an die Kapelle des ehem. Greuthof, oder an den Lippacher Stausee weiter wandern, oder auch mit dem Fahrrad fahren. (Fotos vom Lippacher Stausee finden Sie unter der Rubrik "Lauchheim / Westhausen").
(Text: Reinhold Rupp)

Unterer Blankenhof

Ferien auf dem Bauernhof bei Familie Schlipf: Der untere Blankenhof ist ein Bauernhof mit Ferienwohnungen, wo Sie auch "Ferien auf dem Bauernhof" machen können. Er befindet sich unterhalb vom Schloss Baldern in Richtung Bopfingen. Anschrift: Sylvester & Anna Schlipf, Blankenhöfe 3, D-73441 Bopfingen- Baldern, Tel: 07362- 92 28 33, Fax: 07362- 92 28 34, Internet: www.blankenhoefe.de
(Text: Reinhold Rupp)

Oberamtsbeschreibung Neresheimaus dem Jahr 1872

(In der Oberamtsbeschreibung Neresheim aus dem Jahr 1872 wird auf den Seiten 198 bis 205 auch Baldern aufgeführt.) Baldern: Gemeinde 3. Kl. Mit 616 Einw., wor. 5 Ev. a. Baldern, Pfarrdorf, 534 Einw., b. Berg, Weiler, 38 Einw., Filial von Lauchheim. c. Blankenhof, Weiler, 29 Einw. d. Zimmerstetten, Weiler, 15 Einw. – Kath. Pfarrei; die Ev. sind nach Bopfingen eingepfarrt. 4 ½ Stunden nördlich von der Oberamtstadt gelegen An den westlichen und nördlichen Ausläufern des frei sich erhebenden und nur durch einen schmalen Sattel mit dem übrigen Terrain zusammenhängenden Bergkegels, dessen Kuppe mit dem imposanten Bergschloss Hohen-Baldern bekrönt ist, hat der Ort eine schöne, jedoch sehr unebene Lage. In die meist kleinen einstöckigen, etwas weitläufig zwischen Obstgärten hingebauten Häuser sind einzelne im städtischen Stil gehaltene Gebäude gemengt, die ursprünglich der fürstlichen Grundherrschaft gehörten und ihr teilweise noch gehören. Kirche und Pfarrwohnung befinden sich im Schloss (s. hier. unten); das Schulhaus wurde vor etwa 12 Jahren von einem Privatmann erworben und für seinen gegenwärtigen Zweck gut eingerichtet; es enthält ein Lehrzimmer, die Wohnung des Schulmeisters und die Gelasse für den Gemeinderat. Die ansehnliche Wohnung des fürstl. Wallersteinischen Oberförsters steht beinahe mitten im Ort an der gut unterhaltenen Hauptstraße. Am westlichen Ende des Orts liegt der ummauerte Begräbnisplatz mit einer sehr ansprechenden im gotischen Stil neu erbauten Kapelle. Eine niedliche Marienkapelle steht auf dem südöstlichen Ausläufer des Schlossbergs, zu der von dem Ort der 1/8 Stunde lange mit Stationen besetzte Kreuzweg durch schattige Waldanlagen führt. Über dem an sich schon hochgelegenem Dorf erhebt sich, wie schon bemerkt, frei und steil der schön gerundete Schlossberg, auf dessen felsige Kuppe das dem Fürsten von Oettingen-Wallerstein gehörende Schloß mit seinen hohen Gebäudemassen stolz emporragt. Der Berg selbst, den üppige, zu Parkanlagen sinnig benützte Wälder und Obstbaumgärten umkleiden, sendet namentlich gegen Osten langhinziehende, waldreiche Ausläufer in die Ebene hinab und gewährt von dieser Seite aus einen majestätischen Anblick, wie er überhaupt mit seinem großartigen Schloß eine weithin sichtbare Zierde der Gegend bildet. Vom Dorf aus führt in großen Windungen eine 1871 sehr schön und zweckmäßig angelegte Fahrstraße und ein kürzerer schattiger Fußpfad durch den Park, an einem steinernen Nepomukbilde vorbei, hinauf zum Schloße, das einen großen unregelmäßigen Gebäudekomplex bildet., der zum Teil noch die alten aus Buckelsteinen errichteten Umfassungsmauern zeigt und noch stellenweise von einem Graben umgeben wird. Der Zugang geschieht durch das an der Nordostecke gelegene äußere Tor, ein großartiger mit Giganten geschmückter Vorbau, laut Inschrift 1721 von Krafft Wilhelm von Oettingen erbaut; von demselben und in demselben Jahr wurde auch der daranstoßende sich lang gegen Südwesten hinziehende sog. Kavaliersbau, unten mit schön gewölbtem Pferdestall für etwa 30 Pferde, oben mit der Wohnung des Kaplans, errichtet. Durch das äußere Tor in den langgedehnten äußeren Hof eingetreten, hat man zur Linken diesen Kavaliersbau, zu Rechten aber sieht man das eigentliche alte Schloß auf felsigem Grund sich erheben. Ein hochgesprengter Torweg führt von hier in den inneren Hof und enthält innen über dem Eingangsbogen eingemauert ein sich schön und scharf gearbeitetes gotisches Steinbild, Ritter S. Georg den Lindwurm tötend, mit der Inschrift: hoc opus composuit generosus dns dns udalricus comes de ötingen post .... sui dominy. anno dni 1436. Gegenüber dem Torweg führt im inneren Hof ein prächtiges modernes Portal von sehr großen Verhältnissen, von edlem antikem Stil und mit hohen Säulen geschmückt, in das schöne Treppenhaus des Hauptgebäudes, sog. Fürstenbaues, in dem sich die verschiedenen zahlreichen Gemächer (über 50 an der Zahl) befinden, Räume, sowohl wegen ihrer architektonischen Ausschmückung, ihrer schönen Ölgemälde, als auch wegen ihrer Möblierung im hohem Grad besuchenswert. Man staunt über die reich bemalten und stuckierten Decken, sowie über die große Auswahl ganz trefflicher mit kostbaren Hölzern, mit Elfenbein, Perlmutter, Silberblech, vergoldetem fein ziseliertem Messing u. s. w eingelegter Möbel im Renaissance- und Rokokogeschmack, unter denen sich ein Schrank vom Jahr 1576 besonders auszeichnet. Die meiste Pracht entfaltet der große mit korinthischen Pilastern ausgegliederte Rittersaal, der eine herrliche Stuckdecke besitzt und vor einigen Jahren wieder ganz hergestellt wurde. Auch die in fast überreichem Rokoko gehaltene, rechts vom Torweg gelegene große Schlosskapelle ist sehr sehenswert, sie ist dem Hl. Georg geweiht und zeigt über einer ihrer Türen das Jahr ihrer Erbauung: 1725. Im Fürstenstande befanden sich früher schöne altdeutsche Gemälde, beschrieben von Merz im Kunstblatt zum Morgenblatt, 1847. Nr. 4.; an ihre Stelle ist in neuerer Zeit ein moderner Flügelaltar mit sehr schönen Kupferstichen, die Kreuzabnahmen von Rubens, getreten. Auf dem aus der Mitte des Schlosses hervorragenden, mit einer Kuppel bedeckten runden Turm hängen zwei 1791 gegossene Glocken. Der im Schloss befindliche sog. Eselsbrunnen ist 350´ tief. Entzückend ist die Aussicht von den Fenstern des Schlosses aus, sei es gegen den kräftig geformten Rand der Alb (Herdtfeld) hin, oder in das weite fruchtbare, Städte- und Dörferreiche mildumränderte Riesbecken, oder über den Virngrund hinweg in das fernhin sich dehnende fränkische Land. Auch der Vordergrund spricht sehr an mit seinen üppigen saftgrünen Waldbezirken und Wiesengründen, die so schön verteilt sind und aus denen die großen kantigen kahlhäuptigen Gestalten des Ipf´s und anderer Albvorberge ernst und einsiedlerisch aufsteigen. Um das ganze im Äußern sehr einfach gehaltene Schloß gehen Parkanlagen, tiefschattige Linden- und Kastaniengänge, die, oft liebliche Ausblicke gewährend, in Wiesenpläne oder in´s Waldesdickicht verlaufen. Gutes Trinkwasser liefern 7 öffentliche Brunnen (3 laufende, 3 Schöpf- und 1 Pumpbrunnen), überdies sind noch mehrere Privatpumpbrunnen vorhanden. Auf der Markung entspringen der Edelbach und der Kirchenbach; ferner der Bohnenbach und der Gangolfsbach. Durch Vicinalstraßen nach Bopfingen, Röttingen, Zöbingen und Kerkingen wird der Verkehr des Orts mit der Umgegend hinlänglich vermittelt. Die fleißigen und gewandten Einwohner, von denen gegenwärtig 3 über 80 Jahre alt sind, finden ihre Haupterwerbsquellen in Feldbau, Viehzucht und Taglohnarbeiten; von den Gewerben sind nur dir nötigsten Handwerke vorhanden. Die Vermögensumstände gehören nicht zu den günstigsten und der vermöglichste Bürger besitzt an Grundeigentum 80 Morgen, worunter 7 Morgen Wald, der sog. Mittelmann 20 – 30 Morgen und die minder bemittelte Klasse 2 Morgen; viele haben nur das sog. Gemeinderecht, das in 1 ½ Morgen Ullmanden besteht, sich jedoch verteilt, so dass einzelnen nur die Hälfte oder ¼ des Gemeinderechts zukommt; unter den letztern sind namentlich die Taglöhner, denen die Gutsherrschaft viele Gelegenheit zu Verdienst bietet. Der Fürst von Öttingen-Wallerstein besitzt auf der Markung über 200 Morgen zerstreut liegende Güter, welche verpachtet werden, und gegen 1000 Morgen Waldungen. Einer Gemeindeunterstützung bedarf gegenwärtig Niemand. Die mittelgroße Markung, von der überdies der größere Teil mit Wald bestockt ist, hat, soweit sie für den Feldbau benützt wird, eine ebene, teilweise leicht abhängige Lage, während der übrige Teil bergig und flach-hügelig ist. Der ziemlich fruchtbare Boden besteht vorherrschend aus einem strengen Ton, teilweise aus den sandigen Versetzungen des braunen Jurasandsteins, in welchem auch zwei Steinbrüche, die gute Bausteine liefern, angelegt sind. Die klimatischen Verhältnisse sind weit günstiger als auf dem Herdtfeld und erlauben eine ziemlich ausgedehnte Obstzucht und auch das Fortkommen von feineren Obstsorten; in den Tälern und Niederungen dagegen erfriert das Obst häufiger, als auf den Höhen; Hagelschlag kommt selten vor. Die Landwirtschaft wird mit Anwendung des Suppinger Pflugs und der eisernen Egge fleißig betrieben; von den gewöhnlichen zum Anbau kommenden Cerealien gedeihen Dinkel und Haber am besten; von Brach- und Handelsgewächsen baut man Kartoffeln, Futterkräuter, Rüben, Flachs und Hanf. Der Verkauf von Getreidefrüchten ist, da ein großer Teil der Güter dem Fürsten gehört, unbedeutend und beträgt nur 60 – 80 Scheffel. Dagegen erlaubt der namhafte, gutes Futter erzeugende Wiesenbau einen jährlichen Verkauf von etwa 1500 Zentnern Futter. Die Obstzucht beschäftigt sich nicht allein mit den gewöhnlichen Kernobstsorten und Zwetschgen, sondern auch mit feinerem Tafelobst und erlaubt in günstigen Jahren einigen Verkauf nach außen; eine Baumschule besteht und es ist zur Pflege der Obstbaumzucht ein Baumwart aufgestellt. Eigentliche Weiden sind vorhanden, sie werden nebst der Brach- und Stoppelweide an einen fremden Schäfer, der 200 Stück Bastarde laufen lässt, verpachtet. Das Weidrecht und die Pferchnutzung hat die Gemeinde mit dem Fürsten gemeinschaftlich; es trägt der Gemeindekasse 175 fl. jährlich ein. Überdies besitzt die Gemeinde etwa 24 Morgen Güter, die sie um 250 – 300 fl. verpachtet. Gemeindewaldungen sind nur 6 Morgen und Privatwaldungen, mit Ausnahme der fürstlichen, 37 Morgen vorhanden. Etwa ¼ Stunde nordwestlich vom Ort besteht ein dem Fürsten von Oettingen-Wallerstein gehöriger, gegen 1600 Morgen großer, mit Zaun umfriedeter Wildpark, der jedoch zum größeren Teil auf den Markungen Lippach und Zöbingen im Oberamtsbezirk Ellwangen liegt. Der Park beherbergt Edel- und Damwild und Rehe; an demselben steht die Wohnung eines Parkwächters. In gutem Zustand befindet sich die Rindviehzucht (Kreuzung von Simmenthaler- und Rieserrace), zu deren Nachzucht zwei tüchtige Farren aufgestellt sind. Der Handel mit Vieh ist nicht bedeutend, dagegen ist der Milchverkauf an die im Ort bestehende Käserei beträchtlich. Herbstaustrieb findet noch statt. Von Belang ist die Zucht der Gänse, deren jährlich gegen 1000 Stück gezogen und meist nach außen verkauft werden. Von besonderen Stiftungen nennen wir die fürstlich Wallerstein`sche mit 82.000 fl., deren Zinse zur Unterstützung der Unbemittelten, jedoch nur für die ehemaligen fürstlichen Untertanen, verwendet werden. Was die älteste Geschichte des Orts betrifft, so liegt wohl außer allem Zweifel, dass schon die Römer die Bergspitze, auf dem das Schloss Hohenbaldern liegt, benützt und auch befestigt hatten, hiefür sprechen die am Fuß des Berges allenthalben aufgefundenen römischen Überreste; es bestand nämlich auf der ¼ St. südlich von Baldern gelegenen Flur „vordere Heide“ ein römischer Wohnplatz, von dem man schon Grundmauern und die Reste eines Hypokaustums entdeckt hat. Ferner wurden drei römische Bildwerke aufgefunden, worunter eine halbrunde Säule, auf deren flachen Seite ein in die Toga gehüllter römischer Krieger mit Schild und Schwert halb erhaben dargestellt war, der Kopf desselben war abgeschlagen. Der andere Stein enthielt ein schon sehr verdorbenes Brustbild und auf dem dritten sei Mars dargestellt gewesen. Die Bildwerke standen lange Zeit unter dem zweiten Torbogen des Schlosses sollen aber in jüngster Zeit in den Schutt geworfen worden sein. Von diesen Steinen wurde einer bei dem Blankenhof, der andere auf der nur 1/8 Stunde westlich von Baldern gelegenen Flur „Matländer Feld“ und der dritte in der sogenannten langen Wiese ¼ Stunde östlich von Baldern aufgefunden. An letzterer Stelle sollen noch einige andere Bildwerke entdeckt worden seien. Von römischen Münzen wurden bei Baldern gefunden: drei silberne von Trajan und Hadrian, und beim Bau des Zehntstadels eine kupferne jüngere Faustina. Zu der Gemeinde gehören: b. B e r g, liegt nicht mit der Gemeindemarkung zusammenhängend, eine Stunde südwestlich von Baldern unfern der Oberamtsgrenze. Der Weiler Berg ist eine jüngere „am Berg“ entstandene Ansiedlung. c. B l a n k e n h o f, hat 1/8 Stunde südlich von Baldern an der Vicinalstraße nach Bopfingen eine freundliche, sommerliche Lage. Die Blankenhöfe hießen vielleicht ehemals zu Waidlant; genannt werden sie seit dem 17. Jahrhundert und zwar „der obere und untere“ d. Z i m m e r s t e t t e n, liegt ½ Stunde südöstlich vom Mutterort im Edelbach-Tälchen. Zimmerstetten bestand schon im 15. Jahrhundert. Eine Wigermühle unter Baldern stand 1350. Schloß Hohenbaldern, wahrscheinlich auf römischer Grundlage erbaut, war im 12. Jahrhundert der Sitz eines Edelgeschlechts: 1153 Baldolfus de Baldern und um dieselbe Zeit ein Eberhard und ein Ulrich von Baldern. Etwas später war das Bistum Regensburg im Besitz, vertausche aber 1215, mit Kaiser Friedrichs Erlaubnis, dies entlegene Burg an`s Kloster Ellwangen, jedoch ohne Zubehörden an Leuten und Einkünften. Seitdem war Baldern ellwangensches Lehen, im Besitz aber war Naimbot von Maienheim, der 1250 die Burg den Grafen von Oettingen abrat, welche von da ab häufig zu Baldern residierten und ihre Kanzlei hatten, indem 1330 „des Schreibers Haus“ genannt wird. Von gräfl. öttingenschen Burgmannen kommen vor Otto von Baldern 1251 – 56 (Berthold von Baldern, Domherr in Augsburg, 1279 – 87). Marquard oder Mack von Baldern 1353. Ein Bruno quondam advocatus de Baldern 1284 und später mancherlei ritterliche Herrn als ötting. Vögte, z. B. 1410 ff. Jörg von Zipplingen, 1423 Lutz von Holheim. Die verschiedenen Linien der Grafen von Oettingen hatten Besitzrechte an Baldern. Ludwig X. war seines Bruders Enkeln auf Baldern 4000 Pfund Heller schuldig, deren sie ihn 1374 lossagten, er aber versprach Baldern und Flochberg nicht zu versetzen und die Vögte beider Schlösser mussten schwören, dieselben nach seinem Tode ihnen einzuantworten, auch sollen es ihre offenen Häuser sein. 1390 bestätigte König Wenzel dem Grafen Friedrich III. und seinem Bruder ihre Rechte am Berg zu Baldern und belehnte sie mit dem Gerichtsstock und Galgen zu Baldern und Zöbingen. Graf Ulrich c. 1460 verpfändete Schloß Baldern nebst den Gütern zu Baldern, Zimmerstetten, Lippach, Walxheim usw. an fünfzehn Adlige, Schenk Wilhelm von Schenkenstein an der Spitze, welche die Herrschaft an Albrecht von Rechberg abtraten 1464. Graf Ullrich reversierte sich 1466 gegen seinen unzufriedenen Bruder und Neffen, ihren Anteil (1/2 an Wald, Wildbahn, Landgericht, usw.) mit anderen Gütern zu versichern. Graf Ulrich löste auch wirklich die Herrschaft mit 8000 fl. ein, aber nur um sie 1473 bis 74 an Herzog Ludwig von Bayern zu verpfänden um 9700 fl.; bloß Zoll und Geleit als gemeinsames Besitztum der Grafschaft war ausgenommen, nicht aber die hohe Obrigkeit. Seitdem saßen bayerische Pfleger zu Baldern, 1485 Hans von Ahelfingen, 1497 Fritz Schenk von Schenkenstein. Herzog Georg von Bayern kaufte von der hinterlassenen Tochter Graf Ludwigs XIV. von Oettingen (gest. 1486) Margaretha, Graf Ulrichs von Montfort Gemahlin, auch ihres Vaters Teil an der Grafschaft und setzte sich in Besitz, Kaiser Friedrich III. bestätigte und belehnte ihn auch trotz des Widerspruchs der Agnaten. Kaiser Maximilian aber ließ die Sache durch eine Kommission untersuchen, welche auf Zurückgabe entschied gegen Erstattung des Kaufschillings. Baldern soll Herzog Georg lebenslang behalten, dann aber dürfen die Grafen auch diese Herrschaft auslösen, was 1505 geschah. Graf Joachim zahlte die Pfandsumme und stiftete wieder eine Balderner Linie, welche aber mit seinem Sohn erlosch. Im Bauernkrieg belagerten die Reste der marktgräflichen Schar, durch Dinkelsbühler, Ellwanger und Rieser Bauern verstärkt, die Burg Baldern vergeblich. Baldern erbte die Wallersteiner Hauptlinie und es bildete sich wieder mit Graf Ernst, gest. 1626, eine zweite Balderner Nebenlinie (1632 – 34 durch schwedische Besitzergreifung verdrängt), welche in einen Balderner und Katzensteiner Zweig auseinander ging. Dieser letztere beerbte den ersteren 1687 und nahm sofort wieder seine Residenz auf Baldern (s. vorne VII. 1.), wo Graf Kraft Wilhelm 1721 ff. das Schloss fast neu aufbauen und dabei auch den alten Berfried abbrechen ließ. In den Park- und Gartenanlagen wurden auch Bildsäulen klassischer Gottheiten aufgestellt, deren Reste also niemand für Römerspuren halten darf. Die Balderner Linie erlosch wieder 1798 und die Herrschaft fiel an Oettinger Wallerstein zurück; 1803 wurde das bisherige Oberamt Baldern (mit den Pflegämtern Röttingen, Zöbingen, Aufhausen und Katzenstein) mit dem Wallersteiner vereinigt. 1811 bestand ein württembergisches Unteramt in Baldern. Zum Schloß Baldern gehörten als unmittelbare Zubehörde hauptsächlich viele Waldungen, bei 3000 Morgen. Graf Ludwig von Oettingen hat da 1366 einen Forst eingetauscht zur Erweiterung. Eine Schlosskapelle mit Kaplan bestand schon im Mittelalter; 1725 wurde sie neu erbaut und 1849 zu einer Pfarrkirche (zu St. Georg) erhoben und ein Pfarrverweser dabei angestellt. Ein Kreuzgang mit Stationen zieht sich um den Berg bis zur Marienkapelle. Das Dorf Baldern ist wohl aus einem Burghof entstanden und wird genannt um 1450: Baldern der Weiler. Anfänglich scheinen mehr vereinzelte Höfe vorhanden gewesen zu sein, wie denn 1330 erwähnt werden zwei Höfe zu Waidlant, gelegen unter der Burg und einige weiter Höfe, deren Besitzer genannt sind, sowie auch ein Vorhof, wo des Schreibers Haus stand und wo Erlaubnis zu einem weiteren Bau gegeben wird. Im 18. Jahrhundert zählte der Weiler 29 Untertanen. Diese gehörten ursprünglich zur Kirche in Oberdorf, wurden aber nach der Reformation von ihrer Herrschaft nach Röttingen gewiesen, 1650-54 nach Kerkingen. Seit 1849 ist die Schloßkaplanei zur Pfarrverweserei erhoben.
(Quelle: Oberamtsbeschreibung Neresheim aus dem Jahr 1872 von Hildegard Fink, Baldern)

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